Aus dem Schützenbezirk

Bericht zum 64. Bezirksschützentag in Möttlingen

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Bezirksschützenkönigin (Mitte) Iris Graze, (Links) Julis Priebe  (Rechts) Rainer WurzBOSM Roland Mayer kündigt Dienstende an – Norbert Struck 1. Bezirksschützenmeister – nur fünf Teilnehmer am Bezirkskönigschießen – Beim Landesschützentag erste Infos zur Überarbeitung der Verbandsstrukturen – Dezernatsleiter Reinhold Rau: „Gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den Schützenkreis Calw“

Bad Liebenzell-Möttlingen (amk) Der 64. Bezirksschützentag in Möttlingen könnte sich als Anfang von tiefgreifenden Veränderungen erweisen. Da steht zum einen die Ankündigung von Bezirksoberschützenmeister Roland Mayer (Winterbach) im Raum, im Frühjahr 2020 definitiv auszuscheiden, sowie der Hinweis von Landeschefin Hannelore Lange in Sachen Veränderungen in den Verbandsstrukturen auf den Landesschützentag am 14. April in Ilshofen. Dabei könnte auch die Zukunft des Bezirks Stuttgart zur Diskussion stehen!
Dass der im Verband Gewicht hat, zeigte sich am Besuch der Landesoberschützenmeisterin die auch ihren 1. Landesschützenmeister Jens Eberius (Hirschlanden) mitgebracht hatte, sowie den Bezirkschefs Karl-Heinz Fleck (Neckar), Rolf Richter (Hohenlohe) und Dieter Hoppe (Mittelschwaben). Darüber hinaus wohnten Reinhold Rau (Dezernatsleiter Landratsamt Calw), sowie aus der Politik Udo Stein (Wildberg / AfD) und Thomas Blenke (Gechingen /CDU) dem Bezirksschützentag bei.
„Kreis- und jetzt Bezirksschützentag, der Schützenverein Möttlingen ist sehr aktiv, aber für einen Landesschützentag müssten wir schon in eine ganz große Halle haben, da reicht auch der Spiegelsaal in Bad Liebenzell nicht aus“ begrüßte Bürgermeister Dietmar Fischer als Hausherr die Gäste und schob gleich einen „Werbeblock“ für den Schwarzwald nach.
„Ich bin stolz auf unseren Schützenkreis“ zeigte sich Thomas Blenke (MdL) ohne ideologischen Vorbehalte. „Unsere Gesellschaft könnte mehr Menschen von ihrem Kaliber gebrauchen“ lobte der Gechinger die Schützen. Udo Stein, selbst Jäger und somit Waffenbesitzer, zeigte sich bestens mit den Gegebenheiten vertraut und rechnete die Schützen zu den am besten kontrollierte Bürgern. „Die AfD stelle den Antrag, dass alle Kontrollen die ohne Beanstandung sind, auch Gebührenfrei gehalten werden müssen“ erklärte der Wildberger. Dezernatsleiter Reinhold Rau bedankte sich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit und sicherte für die Themen Aufbewahrung von Waffen in Vereinsheimen sowie beim Transport zu, praxisnahe Lösungen zu finden.
„Wir arbeiten weiter an unseren Strukturen“ erklärte Hannelore Lange. Nach dem Landesschulungszentrum gilt dies unter anderem dem Verbandsorgan SWDZ, darüber hinaus soll ähnlich wie beim Fußball ein Ergebnisportal geschaffen werden. Bei den hinterfragten Veränderungen die auf Kreis- und Bezirksebene angedacht sind – dabei könnte auch die Auflösung der Bezirke ein Thema werden - verwies sie auf den Landesschützentag am 14. April in Ilshofen.
Umrahmt vom Kreis-Seniorenorchester gedachte der 64. Bezirksschützentag dem Tod von Ehrenbezirksoberschützenmeister Fritz Rau (Ebhausen) und Bogenreferent Siegfried Jansen (Ditzingen) dazu Bezirkschef Roland Mayer: „Der Bezirk hat zwei große Männer verloren“.
Ehrungen beim 64. Bezirksschützentag in Möttlingen    Bei den Ehrungen erhielten Bernhardt Beckmann (SGi Musberg), Ralf Eisenmann (SK Beutelsbach) Wolfgang Götz (SG Stg.-Münster), Peter Schnirzer (SG Esslingen) und Hans-Dieter Pfeiffer (Berglen-Ödernhardt) das Bezirks Ehrenzeichen in Bronze, der Schömberger Andreas Böhm und Helmut Hirth (SAGA Stuttgart) in Silber und der langjährige Ligaobmann Hubert Rausch (Renningen) in Gold. Das Verdienstehrenzeichen in Gold ging an Thomas Leuze (NSG Stuttgart), Peter Sigel (SV Merklingen) und Willi Wendel (SG Diana Rutesheim). Mit der kleinen Ehrennadel in Gold wurde das Engagement von Siegfried Janusch (SG Deizisau), Reinhard Linder (SV Oberlengenhardt) und Hubert Schlecht (SGi Aichelberg) gewürdigt. Rosemarie Janusch von der SGi Deizisau erhielt die Verdienstmedaille in Silber.

Im offiziellen Teil überraschte Schatzmeisterin Silvia Haas mit einem extrem hohen Kassenbestand und das trotz einer Spende in Höhe von 7500,- Euro für das Schulungszentrum an den Landesverband. Bei den Wahlen wurde Norbert Struck (Wimsheim) in geheimer Abstimmung als 1. Bezirksschützenmeister bestätigt, Michael Hurak (Bondorf –Schriftführer), Robert Lis (Oberschwandorf - Bezirkssportleiter) und Herbert Schneider (Dachtel - Bezirksjugendleiter) machen ebenfalls bis 2022 weiter, Bezirkspressereferent Albert Kraushaar möchte sich zusammen mit Roland Mayer verabschieden. Verabschiedet hat sich der langjährige Ligaleiter Bernd Widmann, die Blicke in die die Schützenkreise fielen recht unterschiedlich aus. Kreisoberschützenmeister Waldenmaier (Kreis Böblingen) beklagte das fehlende Interesse am und berichtete, dass ab 20 Uhr kein Großkaliberschießen auf offenen Anlagen mehr stattfinden sollen. „Der Trend geht bergab“ stellte auch Edmund Großmann (Kreis Calw) fest, auch wir haben Vereine wo die Jugendarbeit praktisch tot ist. Der Mitgliederstand ist bei rund 3500, bewährt habe sich die Kreissiegerfeier direkt vor dem Kreisschützentag. Großmann bedauerte, dass die Arbeit mit dem Lichtgewehr nicht vorankomme.
„Fünf Vereine haben eine sehr gute Arbeit geleistet“ sagte Norbert Struck über die Entwicklung in Schützenkreis Leonberg wo vor allem die Bogenvereine einen Zuwachs verzeichnen. Struck freute sich, dass er bei den Wahlen mit Oberschützenmeister Bernhardt (SGi Renningen) einen Nachfolger für den ausgeschiedenen Mouris Eberhard gefunden hat. Wir haben bei den Kreismeisterschaften 15 Starts mehr zu verzeichnen“ stellte Roland Teves (Schützenkreis Stuttgart) fest. Einen leichten Zuwachs an Mitgliedern konnte auch Klaus Müller für den Schützenkreis Waiblingen verbuchen. Hier sorgte die Anforderung eines Schießnachweises für Aufregung. „Das sei inzwischen wieder vom Tisch, aber die Bedürfnisgeschichte wird kommen, das ist nur noch eine Frage der Zeit“ so die Einschätzung des Kreischefs. Durchweg positiv fiel das Fazit von Bogenreferent Uwe Kaschuba aus. „Es wird eine 3 D Landesmeisterschaft angeboten und der BC Magstadt ist 2018 Gastgeber für die deutsche Meisterschaft im Feldbogenschießen.
In der Aussprache wurde weiter festgestellt, dass das Banner des Bezirks Stuttgart überholt werden muss. Aktuell sicherlich eine schwierige Frage, da die Zukunft des Bezirks über die Amtszeit von Roland Mayer hinaus keinesfalls gesichert erscheint. Für erhebliche Proteste hat die Ankündigung gesorgt, für die Ranglisten ein Startgeld zu erheben. „Dann werden wir keine Jugendlichen mehr melden“ erklärte Ulrike Müller für das Talentzentrum SSV Bad Herrenalb/ SV Rötenbach. „Die Vorbereitungen zur Bezirksmeisterschaft sind abgeschlossen, die Startkarten werden verteilt“ beschloss Bezirkssportleiter Robert Lis die Diskussion. Für den Bezirksschützentag 2019 (Ausrichter Schützenkreis Leonberg) wurde noch kein Verein gefunden. In diesem Zusammenhang ist auch die Anregung zu sehen, den Bezirksschützentag zukünftig nur noch alle zwei Jahre abzuhalten.
Einen Tiefpunkt erreichte das Interesse am Bezirkskönigschießen. Von achtzehn Starts wurden lediglich fünf belegt, dennoch fiel die Entscheidung zwischen der ausgewiesenen „Blattl-Spezialisten“ Iris Graze (SV Schnait – 29 Teiler), vor Julia Priebe (SG Esslingen – 32 Teiler) und Rainer Wurz (SV Hemmingen – 33 Teiler) unheimlich knapp aus.